In Zeiten von Corona eine Herausforderung: SPD Landtagsabgeordnete sorgen sich um Kinderwohl!

Bild: pixabay.com

In einem dringenden Appell haben sich jetzt 100 renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Pädagogik und Sozialer Arbeit an die Politik gewandt und ihre Sorgen zum Kinderschutz unter den Bedingungen von Corona geäußert. Wenn Kitas nicht mehr betreten werden dürfen und Schulen schließen, fallen für einige Kinder wichtige Ansprechpartner bei Gewalterfahrungen oder sexuellen Übergriffen in der Familie weg.

Der heimische SPD Landtagsabgeordnete Ernst-Wilhelm Rahe, Mitglied in der Kinderschutzkommission des Landtages, teilt die Befürchtungen:

„Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler konnten nur einige Schlaglichter darauf werfen, was jetzt mit Kindern passiert, die Gewalt und Missbrauch erfahren haben oder davon bedroht waren. Vom plötzlichen Abbruch von Maßnahmen war in dem Brandbrief genauso die Rede wie von guten und kreativen Ideen, die physische Distanz zu halten und sich trotzdem um die Kinder und deren Familien zu kümmern. Leider ergibt sich aus diesen Schlaglichtern aber kein Gesamtbild.“

Rahe hat daher Kontakt zum Kreisjugendamt aufgenommen, um sich einen Überblick über die Maßnahmen bei uns vor Ort zu verschaffen. „Ich möchte auf keinen Fall, dass die Schwächsten, die sonst keinen haben, am meisten unter der Corona-Krise leiden“.

Andreas Schädler vom Kreisjugendamt Minden-Lübbecke beobachtet die Situation genau: „Familien die bisher bereits Hilfen erhalten bekommen auch weiterhin die erforderliche Unterstützung. Es wurden keinerlei Hilfen eingestellt. Im stationären Bereich laufen sie unverändert weiter, bei den ambulanten Hilfen haben die in den Familien eingesetzten Fachkräfte der verschiedenen Hilfeanbieter individuelle Lösungen gesucht. Da wo es möglich ist werden Telekommunikationsmittel eingesetzt aber auch der persönliche Kontakt, unter Berücksichtigung des Infektionsschutzes, ist nicht ausgeschlossen(z.B. Spaziergänge mit Kindern, Elternteilen etc.). Die Tagesgruppen bleiben bei uns, für die Kinder die nicht anders unterstützt werden können, geöffnet!“

Schädler wendet sich direkt an die Gesellschaft: „Es ist zurzeit wichtiger denn je, dass wir als Gesellschaft aufmerksam sind und gegebenenfalls auch die Jugendämter informieren. Dies kann man ohne Sorge tun. Wir als Kreisjugendamt werden mit diesen Hinweisen verantwortungsvoll und angemessen umgehen.“

Ernst-Wilhelm Rahe dazu: „Wir setzen uns auf Landesebene dafür ein, dass auch Kinder, bei denen dadurch eine Gefährdung abgewendet werden kann, wieder an den Angeboten von Kitas und offener Ganztagsschule teilnehmen können. Wir sind wirklich sehr auf Hinweise angewiesen, um ausreichend unterstützen zu können.
Auch über den Bereich des Infektionsschutzes hinaus müssen wir alle gut aufeinander achten.“

Bei dieser Gelegenheit seien alle Medien dazu aufgerufen, die Anlaufstellen für betroffene Kinder und Jugendliche sowie für hilfesuchende Familien zu kommunizieren. Das sind

– Sorgentelefon der Beratungsstelle für Schul- und Familienfragen unter 0571 807-15980

– Kinder- und Jugendtelefon der Nummer gegen Kummer unter 116 111

– Hilfetelefon sexueller Missbrauch unter 0800-22 55 530